Wie wäscht man sich richtig die Hände und wie kann man sich sonst noch schützen?

Gründliches Händewaschen war schon immer von großer Bedeutung, doch dass das nicht nur etwas für Krankenhaus-Personal und Hygiene-Fanatiker ist, wird vielen Deutschen gerade erst bewusst. Dennoch scheint die Bevölkerung die Empfehlungen ernst zu nehmen, wie die Verkaufsregale von Supermärkten und Drogerien zweifelsfrei belegen. Schon seit Wochen sind Seife, Desinfektionsmittel und andere Mittel zur Handreinigung in vielen Drogeriemärkten Mangelware. Dies ist zum einen begrüßenswert, da es impliziert, dass der COVID-19-Schuss mittlerweile auch von der breiten Masse gehört wurde. Trotzdem herrscht auch bei diesem Thema noch große Unklarheit bezüglich Dauer, Intensität und Technik bei der Handhygiene. In diesem Artikel wollen wir aufklären, wie man sich die Hände überhaupt “richtig” wäscht, wie und warum es überhaupt hilft und wie man sich sonst noch vor Sars-Cov-2 schützen kann. Aber erstmal zu der Frage, die Sie wahrscheinlich auf diesen Artikel hat klicken lassen:

Wie wäscht man sich richtig die Hände?

Händewaschen kann doch jeder. Schließlich hat man das schon sein ganzes Leben lang gemacht. Richtig? Falsch!

Wussten Sie zum Beispiel, dass sich die Keime auf der Haut bei 20 Sekunden Händewaschen um knapp 99,98% reduzieren lassen, eine geringere Waschdauer diese Zahl jedoch signifikant reduziert? Oder wissen Sie was passiert, wenn man sich nach dem Waschen nicht die Hände abtrocknet? Nein? Dann keine Sorge, Sie sind nicht alleine.

Richtiges Händewaschen ist allerdings kein Hexenwerk. In den folgenden 5 einfachen Schritten erklären wir, wie korrektes Händewaschen funktioniert:

  1. Die Hände unter fließendes Wasser halten. Die Temperatur spielt beim Händewaschen keine Rolle auf die Keimreduktion, also wählen Sie eine für Sie angenehme Temperatur.
  2. Seifen Sie Ihre Hände gründlich ein – und zwar komplett! Das heißt im Klartext: Handflächen, Finger(-Zwischenräume), Handrücken und die Fingerspitzen. Das schließt die Fingernägel natürlich mit ein!
  3. Massieren Sie die Seife mit sanftem Druck in die Haut ein.
  4. Waschen Sie nun die Seife unter fließendem Wasser wieder ab.
  5. Trocknen Sie sich anschließend die Hände gründlich ab. Dieser Teil des Waschvorgangs ist mindestens genauso wichtig wie die ersten vier Schritte, nachdem Feuchtigkeit ein ausgezeichneter Nährboden für Keime und Mikroben ist. Achten Sie allerdings darauf wenn möglich Einweg-Handtücher oder Luft-Handtrockner zu verwenden, da (in privaten wie öffentlichen Gebäuden) Stoff-Handtücher oft ein hygienischer Albtraum sein können.

Wann und wie oft sollte ich mir die Hände waschen?

Nun, da Sie das nötige Know-How haben, werfen wir noch einen Blick auf die Fragen “Wann” und “Wie oft”. Generell gilt: man sollte sich nicht nur dann die Hände waschen wenn sie offensichtlich dreckig sind. Nicht vergessen, Corona-Viren sind unsichtbar. Ein Griff zur Seife macht also Sinn, wenn man gerade zuhause angekommen ist, (natürlich) nach dem Toilettengang oder vor und nach dem Umgang mit Speisen. Auch bei vermehrten Kontakt mit Risikogruppen oder Infektionsherden ist häufiges Händewaschen sinnvoll.

Kommen wir nun zur Häufigkeit: Ab wann “oft” zu oft ist, hängt auch davon ab, ob man für die Reinigung aggressive Substanzen benutzt oder hautfreundliche Alternativen. Bei sämtlichen Seifen gilt jedoch, dass sie den Säureschutzmantel der Haut zu einem gewissen Teil abtragen und dieser eine gewisse Zeit braucht, um sich zu regenerieren. Auf zu häufiges Händewaschen sollte also verzichtet werden.

Die Faustregel hier lautet: Nicht immer, dafür immer gründlich!

Wie kann ich mich sonst noch schützen?

Richtiges, ausreichend langes Händewaschen ist ein wichtiger Schritt zur Reduktion von Infektionswegen. Doch natürlich hört es da nicht auf. Nicht nur die Häufigkeit, sondern vor allem die Gründlichkeit spielt eine entscheidende Rolle. Außerdem sollte nach Möglichkeit Flüssigseife verwendet werden, da Seifenstücke oft anfälliger für Keimbefall sein können.

Abgesehen von Seife und Wasser können – gerade in öffentlichen Räumen – Desinfektionsmittel auch ein gutes Mittel der Wahl sein, um adäquate Hygienebedingungen zu gewährleisten. In Privathaushalten ist das Nutzen von Hand-Desinfektion jedoch meistens überflüssig, außer man pflegt Kranke oder Alte. Im Normalfall reicht normales Händewaschen jedoch absolut aus, um seine Hände von Viren und anderen Keimen zu befreien. Auch das Tragen von Handschuhen kann ein probates Mittel sein, zum Beispiel beim Gang zum Supermarkt. Doch muss man auch hier natürlich stets die Verhältnismäßigkeit im Hinterkopf behalten.

Verhältnismäßig einfach ist jedoch auch unser letzter Tipp:

Bringen Sie ganz einfach das nächste Mal wenn Sie sich von jemandem verabschieden ein bisschen japanisches Flair in den grauen Corona-Alltag Ihrer Mitmenschen. Wie wäre es statt dem ewig gleichen Handschlag zur Abwechslung mal mit einer Verbeugung? Das ist nicht nur gut für die Durchblutung, sondern auch ein Beitrag dazu, die Ausbreitung von COVID-19 auf allen Ebenen zu unterminieren. Also Hand drauf! Oder besser nicht.

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